Roma in Serbien
Der sprichwörtlich schlechte Status der Roma in allen sozialen Gemeinschaften Serbiens hat seine drastischsten Ausmasse nach der NATO-Bombardierung Serbiens im Jahre 1999 erreicht. Zusammen mit serbischen und anderen nichtalbanischen Einwohnern sind die Roma zum Wegzug aus dem Kosovo gezwungen worden. Einen neuen Tiefpunkt hat das Leben der Roma nach ihrem Eintreffen 1999 in Serbien erreicht. Verführt durch nationalistisches Gedankengut, das eine zehnjährige Krise und vier Kriege verursacht hatte, war das wirtschaftlich ausgelaugte Serbien nicht in der Lage, die Flüchtlinge aus dem Kosovo mit offenen Armen zu empfangen. Besonders nicht die etwa 35'000 Roma.
Der grösste Teil der Roma ist nach Serbien geflohen und hat sich in allen Teilen der Republik angesiedelt. Bei Makisch, oberhalb von Belgrad, haben sich etwa 3'000 Roma in einer Siedlung niedergelassen. Sie haben kein Wasser, keinen Strom und die hygienischen Grundvoraussetzungen sind nicht erfüllt. In der Umgebung von Belgrad existieren etwa 50 Roma-Siedlungen. Alle sind aus leichten Materialen errichtet, die immer wieder vom Wind davongetragen werden. Dadurch sind die Menschen der starken Sonne ausgeliefert, bei Temperaturen, die bis zu 40 Grad erreichen. Oft werden Häuser durch Überbleibsel von Autowracks ersetzt, die mit improvisierten Möbeln eingerichtet werden. Jetzt schon sprechen die Menschen vom kommenden Winter. Sie haben Angst vor tiefen Temperaturen und Krankheiten.
Hilfeleistungen erfolgen durch humanitäre Organisationen und ein paar Nichtregierungsorganisationen, die versuchen, elementare Grundbedürfnisse abzudecken: Nahrungs- und andere Mittel, die unumgänglich sind für ein Minimum an Überlebensmöglichkeit. Die Wurzel des Zustandes der Roma liegt in ihrer schwachen wirtschaftlichen Kraft. Um eine Organisation auf die Beine zu stellen, sind finanzielle Mittel, ausgebildete Fachkräfte und funktionierende Arbeitsabläufe notwendig. Das ist der Ursprung ihrer Ohnmacht."
© Marc Kollmuss (Fotos), Milanka Saponja-Hadzic (Text) - Übersetzung Brana Prikic
Für den gesamten Text bitte kontaktieren Sie Marc Kollmuss: marc@tmwork.com
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