Pernik - Bescheidene Träume
Bulgarien strebt in die EU. Es gilt als Musterschüler und erfüllt von allen Balkanländern die Vorgabe des Internationalen Währungsfonds dank straffer Haushaltführung am besten. In der Hauptstadt Sofia, zumindest im Zentrum, steigt der Wohlstand und man kann die Errungenschaften der kapitalistischen Welt geniessen. An den Rändern jedoch, in der Industriestadt Pernik zum Beispiel, ist davon noch kaum etwas zu spüren.
Im Gegenteil. Hier steigt die Arbeitslosigkeit und mit ihr die Hoffnungslosigkeit. Die Menschen sind fleissig, von einem unglaublichen Durchhaltewillen und grosser Herzlichkeit, aber wie steinig der Weg ist, auf dem jeder Einzelne seit der Wende von 1989 gehen muss und wie schwierig es ist, sein Selbstvertrauen dabei nicht zu verlieren, erfährt man, wenn man bei Nikolina, Margarita, Iwan und Milena in der Küche sitzt. „Die Welt steht Kopf in Bulgarien. Hier macht jetzt jeder das, wovon er nichts versteht“, sagt Rumen. Er selber hat vor einem Jahr mit Viehzucht begonnen; ohne Subventionen, aber mit immenser Energie.
Diese Reportage wurde im Auftrag von "NZZ Zeitbilder" produziert, und erschien am 11./12. November 2000
© Erika Achermann (Text), Marc Kollmuss(Fotos)
Für den gesamten Text kontaktieren Sie bitte Erika Achermann: eachermann@bluewin.ch
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